POTJEMKINS WELT

#1 von POTJEMKIN , 27.01.2011 23:24

Mein lieber Paul,

wir haben so lange nicht mehr schön miteinander geplaudert. Eigentlich schade. Schade
auch, dass du dich rar machst. Deine Spendierhosen haben mir immer sehr gut gefallen.
Solche hätte ich auch immer gerne gehabt, aber mir fehlt leider die zugehörige Vision.

Ach, irgendwie tust du mir schon leid, wie das jetzt alles gekommen ist, wie die Katholische
Kirche, die Deutsche Bank und die Freimaurer dir und deiner visionären Idee mit vollem
Karacho an den Karren gefahren sind. Wie die aus lauter Neid und Missgunst versucht haben,
deinen Pakt mit Gott zu torpedieren. Zum Glück besitzt du die Gnade, das Unsichtbare zu
sehen, das Unglaubliche zu glauben und das Undenkbare zu denken. Kaum auszudenken,
wie die Sache sonst hätte enden können.

Apropos Denken. Du hörst das jetzt vielleicht nicht gern, aber am liebsten denke ich an die
Zeit zurück, als du 2008 vollkommen abgebrannt in Deutschland gelandet bist. Und ich weiß
nicht einmal, welche deiner Geschichten von damals mir am besten gefallen hat. Die von
den drei Millionen, um die du deinen Vermieter auf Bermuda betrogen hast, war schon mal
nicht schlecht. Die Sache in Portugal hat mir auch gut gefallen. Vor allem, dass du da in der
„Nachbereitung“ so geschickt agiert hast und wie du den W. D. und den Missionar vom
ICW so gut integriert hast, hat mir Respekt abgenötigt. Und wie du den Detektiv so schön
verarschst hast mit einer lockeren Unterschrift unter eine Ratenzahlungsvereinbarung von
fast 1,2 Millionen Euro zuzüglich Zinsen ab dem Tag deiner Unterschrift. Du warst ein Fuchs,
du bist ein Fuchs, du bleibst ein Fuchs.

Aber um ehrlich zu sein, am besten gefällt mir die Erinnerung an deine ersten mühsamen
Kilometer in Richtung der Millionen, die du sooo selbstlos in W. D. altem, klapprigen
Skoda zurückgelegt hast. Das war immer zu putzig, dich in diesem Auto zu sehen. Ich dachte
mir jedes Mal: Siehst du, so geht das mit den Spendierhosen. Erst Dreck fressen, dann Gold
scheißen. Sieht erstmal nicht nach viel aus, führt aber dafür recht zügig zu einer Limousine
samt Chauffeur. Kompliment. Wirklich.

Tja, wie gesagt, leider fehlen mir für diesen Verdauungsmechanismus die entsprechenden
Gene oder Enzyme. Dafür hätte ich dir aber an anderer Stelle ein treuer und verlässlicher
Partner sein können und hätte dir vielleicht den einen oder anderen Fehler ersparen können,
die dir in der Folgezeit unterlaufen sind. Aber leider hast du nie auf jemanden hören wollen,
der deiner Vision nicht noch einen draufsetzen konnte.

Ja, ich weiß, ein Traxel akzeptiert nur einen einzigen Partner, und der sitzt ganz weit oben.
Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Wer das nicht versteht, ist ein Idiot
und zu denen möchte ich selbstverständlich nicht gehören.

Aber dennoch. So ganz ohne irdische Hilfe musstest du ja auch nicht auskommen. Der R.
und der D. haben ihren Job auch ganz gut gemacht. Das musst du schon anerkennen.
Die ganzen Lorbeeren alleine ernten wollen, würde ja auch gar nicht zu dir passen. Und schließlich
können die Beiden dir ja auch in Zukunft noch gute Dienste leisten, indem sie einen Teil der
Schuld von dir nehmen. Oder? Also pass gut auf die Jungs auf, dass sie dir nicht abhanden kommen.

Ach Paul, es ist so schön, dir zu schreiben. Ich möchte eigentlich gar nicht mehr aufhören.
Aber das wäre nicht fair. Du bist sehr beschäftigt. Deine Zeit ist kostbar und am Stück quasi
unbezahlbar. Ich werde dir einfach demnächst wieder einmal ein paar Zeilen widmen, wenn
die Erinnerung mich übermannt...

Bis dahin herzliche Grüße

Dein POTJEMKIN


 
POTJEMKIN
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zuletzt bearbeitet 28.01.2011 | Top

RE: POTJEMKINS WELT

#2 von POTJEMKIN , 30.01.2011 22:19

Mein lieber Paul,

ist das nicht angenehm, so ein ruhiges Wochenende? Wir haben beide eine anstrengende Woche
harter, ehrlicher Arbeit im Schweiße unseres Angesichtes in den Knochen, und ich für meinen
Teil brauche dann immer ein wenig Entspannung für mein Gebälk. Schreiben ist für mich, du weißt es,
Entspannung pur. Das ist für mich wahrscheinlich so ähnlich, wie wenn du die Botschaft verkündest.
Das muss einfach raus, da gibt es kein Halten mehr. Nur dass du verstehst, was ich meine.

Und wegen dem Gebälk, tja, was soll ich sagen? Wir werden eben beide nicht jünger. Dabei hab ich
es ja noch gut. Meine Welt ist einfach und endet spätestens zwei Stellen hinter der Kulisse.
Genau genommen also schon da, wo deine Welt erst anfängt.

Nein wirklich. Ich bewundere das immer, wenn Menschen intelligent genug sind, die Magie
der Mathematik für sich arbeiten zu lassen. FOREX, Online-Devisenhandel, PIPs, LOTs, SLs, TPs
usw... Echt Hammer. Keiner blickt durch, aber die Millionen sprudeln irgendwo. Du bist der
einzige Mensch den ich kenne, der wirklich kapiert hat, wie das System funktioniert, in seinen
Kapillaren, vier oder fünf Stellen hinterm Komma. Gott sei Dank.

Aber weißt du, was mich irritiert? Wie schwer es dir fällt, Zahlen richtig zu kommunizieren.
Das Wort des Herrn geht dir wirklich gut über die Lippen, aber an der Sache mit den Zahlen
(außer vielleicht 5149) müssen wir unbedingt noch arbeiten. Bei dir in der Oberstube, da macht
das bestimmt immer einen gefälligen Eindruck, aber wenn du mit Zahlen an die Öffentlichkeit
gehst, verstehe ich plötzlich nichts mehr. Dabei würde ich doch so gerne...

Verzeih mir bitte, aber ich muss immer einen Blick hinter die Fassade werfen – ist quasi so ne Art
Berufskrankheit. Gerade wenn es um so ein tolles Haus geht, wie in Bermuda. Warum hast du dir
nur die Rückkehr ins Paradies nur so gründlich versaut? Da war es doch wirklich schön. Kannst du
denn überhaupt nicht mehr vor dem Komma rechnen? Wäre es nicht viel sinnvoller gewesen, ein
paar von den Millionen, die du für den Verkauf deiner schönen Villa bekommen hast, an deinen
Vermieter, deine Angestellten und das Finanzamt auszukehren?

Es wäre doch immer noch genügend übrig geblieben um ab und zu rüber zu machen zu uns, die
Spendierhosen anzuziehen, deinen Brüdern und Schwestern ein Stück vom Glück zu bescheren und
dich dann wieder aus dem Staub zu machen. Mit eigenem Pass und allem was dazugehört. Das
Spielchen hat doch früher auch ganz gut funktioniert. Warum also diesmal nicht?

Also weißt du, manchmal beschleicht mich fast der Verdacht, dass du uns da irgendwie nicht so
ganz die Wahrheit erzählt hast, als du wieder als Multimillionär in unsere Mitte zurückgekehrt bist.
Aber du warst so bescheiden (Willimobil) und gottgefällig (Reichtum für Alle), dass wir nur staunen
konnten, dass der Herr uns tatsächlich solch einen Mann des Wortes UND der Tat sendet, der uns
endlich in die Zukunft des Glaubens überführt.

Na, und wenn so einer auftaucht, dann ist das natürlich fast schon ein wenig so, als wäre der
verlorene Sohn heimgekehrt. Da stellt man keine blöden Fragen. Da sperrt man die Ohren auf
und lauscht fasziniert deinen Geschichten aus einer anderen Welt.

Und in der ganzen Aufregung hab ich ganz vergessen zu fragen, welches der beiden gemieteten Häuser
in Bermuda du da so gewinnbringend verkauft hast? Das Gladholme oder das Bellecove? Kannst du mir
das bitte noch einmal erklären?

Paul, du musst mir auch unbedingt mal schreiben. Im Dialog ist vieles einfacher. Du wirst sehen, das
macht wirklich Laune. Da tun sich Tore vor dir auf, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber bevor du dir
jetzt noch einen Zug holst, mach ich lieber für heute Schluss. Das wird wieder eine harte Woche werden
für alle Beteiligten. Ein wenig Ruhe wird da auch dir noch gut tun, denn in Dieser liegt die Kraft.

Wie immer herzlich

Dein POTJEMKIN

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#3 von POTJEMKIN , 09.02.2011 21:12

Mein lieber Paul,

ja, ich kenne das Gefühl, wenn die Karawane weiter gezogen ist. Auch um mich ist es im
Laufe der Jahrhunderte ruhig geworden. Nur ab und zu verirrt sich ein einsamer Wanderer
an meine Türe, die ihres Namens kaum noch würdig ist. Wind und Wetter haben meine
Bretter gegerbt, meine Nägel verrostet und mein Gerüst geschwächt. Um ehrlich zu sein –
viel mehr als die Fassade einer Fassade ist nicht mehr von mir übrig.

Aber egal. Wem erzähl ich das? Das was ich hab, werde ich bis zum allerletzten Augenblick
festhalten. Stell dir nur vor, es gäbe mich nicht mehr. Würdest du dich dann die nächsten
100 Jahre hier hin stellen und an meiner statt warnend den Finger heben? Hunderte Meilen
vom nächsten DSL-Anschluss entfernt?

Leider hast du mir noch immer nicht geantwortet auf meine Briefe, und ich frage mich
natürlich, worin die Gründe hierfür liegen. Ist es, weil du mir nichts mehr zu sagen hast?
Ist es, weil das Schriftdeutsch dir nicht so liegt? Oder ist es, weil deine Anwälte dir geraten
haben, dich nicht zu äußern, wegen der blöden Ermittlungen, die da Gerüchten zufolge
gegen dich laufen sollen?

Apropos Gerüchte. Gerüchte, Gerüchte, nichts als Gerüchte, wo auch immer man in dieser
TXL Geschichte hinschaut. Also, Gerüchte sind wirklich schlimm. So etwas kann einen echt
fertig machen – vor allem, wenn die Wahrheit ja eigentlich ganz anders aussieht.

Siehst du, uns schon sind wir beim Thema. Wahrheit. Ein schönes Wort, ein großes Wort.
Aber auch eines mit unendlich vielen Bedeutungen. Es gibt wohl kaum etwas Vielseitigeres
als die Wahrheit. Jeder von uns trägt eine andere Wahrheit mit sich herum. Eine Innere
Wahrheit, die geprägt wurde von den unterschiedlichsten Einflüssen der erlebten Jahre.
Was jedoch von unserer persönlichen Wahrheit beim Rest der Welt ankommt, steht
wiederum auf einem ganz anderen Blatt oder gar mehreren Blättern.

So füllt ja allein deine Wunschliste bei Amazon gut 60 Seiten, wenn man sie ausdruckt.
Toll, wie du da zwischen 2002 und 2008 anhand von mehr als 200 Titeln dokumentiert hast,
was dich gerade so interessiert. Genau genommen liest sich deine Bücherliste selbst schon
wie ein Buch. Ich jedenfalls hab sie verschlungen. Seite für Seite.

Ich meine jetzt nicht so sehr die Titel, welche Themen im Privaten oder im Bekanntenkreis
betreffen. Viel aufschlussreicher ist für mich die Vielzahl der Ratgeber, wie man mit und
ohne Gottes Hilfe reich wird. Geht gleich los in 2003. Zum Beispiel mit Titeln wie (frei
übersetzt) „Wie man erfolgreiche Bettelbriefe schreibt“, oder „Kapitalbeschaffungsideen:
Mehr als 225 Gelegenheiten zum Geldsammeln“, oder kurz darauf „The Greatest Money-
Making Secret in History“.

Paul, zu dem letztgenannten Buch kann ich mir leider nicht verkneifen, eine Bemerkung
zu machen: Das hättest du lieber kaufen sollen, anstatt es dir zu wünschen. Denn im Moment
sieht es nicht unbedingt so aus, als sei dir das im Titel angekündigte Geheimnis gelüftet worden,
als hättest du eine historische Chance verpasst.

Weiter im Text. Mehr als 200 Titel. Wahnsinn. Manche sogar doppelt. Z.B. „When good Men
are Tempted“ Ja bei so einem Thriller kann man schon in Versuchung geraten, zweimal zu
wünschen. Aber viel interessanter finde ich aus 2004 den Titel „The New Age Millennium:
An Expose of Symbols, Slogans and Hidden Agendas“. Sprich: Symbole, Parolen und versteckte
Botschaften für ein neues Zeitalter! So wie 5149?

5149 ist ein wirklich großer Wurf für den du als Buchhalter in einer Werbeagentur viel Lob
kassiert hättest. Die zugehörige Wort-Bild-Marke hast du dir hoffentlich auch ordentlich schützen
lassen? Das Ding ist Gold wert, ein Kleinod, quasi wie Bargeld. Und eigentlich, lieber Paul,
eigentlich müsstest du Tantiemen an den Autor des Buches zahlen. Wenn doch nur deine Konten
nicht immer noch gesperrt wären. Es ist aber auch zu ärgerlich, dass das alles so in die Hose
gehen musste.

Paul, ich hatte mir vorgenommen, dich weder zu langweilen noch zu überfordern. Die Sache
mit den Büchern ist natürlich längst noch nicht ausgelotet. Da hab ich unbedingt noch die
ein oder andere Frage zur Klärung anstehen. Soll ja später nicht heißen, „Potjemkin kam
nur bis 5149“?

Ich freue mich also auf meinen nächsten Schub, wenn mich deine Literaturwünsche rund um
die Themen „Forex“, „Trading“ und „Millionengewinne“ beschäftigen werden. Mein Vorschlag:
Lass uns anhand deiner Leseempfehlungen nach-„empfinden“, wie du dich zwischen 2006 und
2008 zu dem Selfmade-Millionär und Forex-Guru entwickeln konntest, der du heute bist. Ich
meine, das sollte eigentlich Stoff genug sein...

Bis dahin wie immer herzlich

Dein POTJEMKIN

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#4 von POTJEMKIN , 16.02.2011 18:27

Mein lieber Paul,

nun ist es schon wieder eine Woche her, seit ich das letzte Mal an deine Fassade geklopft
habe. Und ich muss gestehen, sie wirkte so klapprig, dass ich mich kaum traue schon wieder
an ihr zu rütteln, bevor du nicht ein paar existenzielle Reparaturarbeiten erledigt hast.
Am Ende kracht das Ding noch über mir zusammen, und das ist nun wirklich nicht die Methode,
nach der ich das Zeitliche segnen möchte.

Aber wie dem auch sei, ich werde einfach vorsichtig zu Werke gehen, wenn ich mich nun
weitergehend mit deiner Bücherliste auseinander setze. Stehen geblieben waren wir meines
Erachtens in deiner besten Zeit auf Bermuda, als du Gary Steckel so großzügig in einer
deiner beiden Villen hast wohnen lassen und als das Thema Forex sich sukzessive deiner
Wunschliste bei Amazon bemächtigte. Ich mag jetzt hier auf keinen Fall alle Titel aufführen
(du kennst sie ja schließlich selbst viel besser als ich), da dies den Rahmen dieses Briefes
sprengen würde – aber eine Auswahl tut es ja auch.

Beginnen wir mit dem leicht kryptisch anmutenden Titel „MindControlMarketing.com: How
Everyday People are Using Forbidden Mind Control Psychology and Ruthless Military Tactics
to Make Millions Online“, den du im September 2003 deiner Liste hinzugefügt hast. Hab ich
das richtig verstanden? Bewusstseinskontrolle und erbarmungslose Militärtaktiken als
Hilfstruppen um Online Millionen zu scheffeln? Na, das fängt ja gut an. Darauf lässt es sich
aufbauen. Und siehe da, genau dies tust du in den folgenden Jahren...

Du willst (wenn man deiner Bücherliste vertraut) Traden wie ein Hedge-Fonds, du willst
Geschäfte im Namen des Herrn machen, du willst Organisationen entfesseln, du willst
Missionswerke mit Hilfe von unternehmerischen Strategien umbauen, du willst in nur
12 Monaten ein Millionen-Dollar-Unternehmen aufbauen, du willst dich ins Hirn des Investors
versetzen, du willst von der nächsten großen Depression profitieren, du willst die Wall Street
mit ihren eigenen Waffen schlagen, du willst die sieben Todsünden des Tradens überwinden...

Allein der zuletzt zitierte Titel hat es absolut in sich: Die sieben Todsünden des Tradings!
Ich bin mir unsicher, ob das für einen bekennenden Christen wie dich ein geeignetes Buch ist?
In deiner Bibliothek erwarte ich vielmehr ein Buch Gottes mit folgendem Titel: „Du sollst
keine anderen Todsünden haben, als die von mir definierten“.

Paul, ich möchte dir ja nicht zu nahe treten, aber das liest sich von A bis Z alles andere als
gesund. Zugegeben, ich argumentiere hier auf dünnem Eis, da deine Bibliothek ja nur eine
Wunsch-Bibliothek ist, die bei Amazon auf dem Server wohnt – aber unsere Wünsche von heute
sind unsere Taten von Morgen. Das wollen wir hier auf keinen Fall vergessen. Und irgendwie
werde ich den Verdacht nicht los, dass aus deinen Wünschen des Jahres 2008 deine Taten
der darauf folgenden Jahre wurden.

Wie ich auf diese Idee komme? Ganz einfach: Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2011.
Deine Zukunft von 2008 und deine Gegenwart von 2009/2010 sind heute Vergangenheit.
Der vergleichende Blick zurück (deine Bücherliste auf der einen Seite, deine TXL/TAN-
Abzocke auf der anderen Seite) lässt keinen anderen Schluss zu, denn beide Seiten sind
praktisch deckungsgleich. Mich macht so etwas stutzig.

Bevor ich für heute ein Ende finde, um damit auch gleichzeitig unser literarisches Duett
abzuschließen, möchte ich noch ein letztes Buch namentlich erwähnen, das mir in deiner
Ratgeber-Sammlung besonders gut gefallen hat: „Why Great Men Fall“, „Warum große
Männer fallen“ Spitzentitel. Wirklich, der sagt mehr als 1000 Bilder.

Bagdad 2003. Ich sehe dieses Standbild von Saddam Hussein vor mir, welches die Amis mit
ein paar Stahlseilen und zwei Panzern zu Boden zwingen. Geschichte wie in Zeitlupe, und
jeder hat sie kommen sehen – diese großartige Szene eines Umfalles. Da steckt alles drin.
Macht und Ohnmacht, Niederlage und Triumph, Anfang und Ende. Und vor allem jede
Menge Physik, die (und ich weiß, wovon ich rede) grundsätzlich bei jeder Art von Fassade
das letzte Wort hat.

Jedenfalls: Solltest du dieses Buch nicht gelesen haben, was ich sehr schade fände, da es
nach heutigem Kenntnisstand definitiv einen der wichtigsten Bände in deiner Bibliothek
darstellt, kann ich dir gerne den Grund dafür nennen, warum große Männer irgendwann und
dann meist unsanft wieder auf dem Boden der Tatsachen landen. Es ist alles eine Frage des
Schwerpunktes. Wenn der zu sehr in Richtung Himmel wandert, schlägt die Physik absolut
gnadenlos zu.

In diesem Sinne wie immer herzlich

Dein POTJEMKIN

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#5 von POTJEMKIN , 26.02.2011 11:54

Mein lieber Paul,

sorry, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber ist das nicht unglaublich, was
hier jetzt vor einer guten Woche über unser Land hereingebrochen ist? Ich verpasse keine
Talkrunde mehr. Ich hänge fast ununterbrochen vor dem Agenturticker und harre der
nächsten Enthüllung.

Nun, man kann es drehen und wenden wie man will, aber eines scheint sicher: Wir beiden
Fassaden-Spezialisten haben einen neuen Kumpel bekommen.

Helau und Alaaf. Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester
Freiherr von und zu Guttenberg ist einer von uns. Wer hätte das gedacht? Alles nur Fassade.
Aber von was? Bei uns beiden ist die verdeckte Agenda unseres Handelns längst bekannt –
ich bin ein Synonym und du brauchtest Geld. Aber der Karl-Theodor, auf den trifft das doch
beides nicht zu. Bei dem ist doch irgendwie überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum der
sich einen so lausig zusammengeschusterten Doktortitel zulegen musste. Was hatte der zu
kaschieren, was sich hinter einem Summa Cum Laude verstecken lässt?

Nun, ich habe da so einen Verdacht und wollte mal wissen, ob du das auch so siehst: Der
Lügenbaron (lustig, er trägt jetzt denselben Titel wie du) kommt aus einer höchst
angesehenen Familie mit einem Vater als Oberhaupt, gegen den nur schwer anzustinken ist.
Da kannst du strampeln wie du willst, dich redlich bemühen, alles geben, was dir gegeben
ist – und es reicht immer noch nicht. Dabei will man doch eigentlich nur, dass der Pappi
stolz auf seinen Nachwuchs ist. Eigentlich will man doch nur zeigen, dass man kapiert hat,
worauf es ankommt und dass man gelernt hat, konsequent seinen Weg zu gehen.

Ob dieser Weg auch der richtige ist? Diese Frage stellt sich alsbald nicht mehr. Der Point
of No Return ist irgendwann überschritten, von da an heißt es nur noch hopp oder topp
beziehungsweise holterdipolter, wenn der berühmte Stolperstein dann unumgänglich vor
einem auftaucht.

Interessant. Wo ich auch hinschaue, entdecke ich Parallelen zwischen dir und dem Bundes-
fassadenminister. Zum Beispiel diese: Ihr habt beide über Jahre hinweg an eurem schönen
Schein gebastelt und am Ende doch ein eher amateurhaftes Machwerk abgeliefert, das (wie
mittlerweile offen gelegt wurde) nicht von Nachhaltigkeit geprägt war.

Oder auch die ungeheure Bereitschaft der Massen, euren Worten und Gesten Glauben zu
schenken bis hinein in den Kadavergehorsam – auch die eint euch. Charismatisch, visionär,
eloquent – Marketing Profis in eigener Sache seid ihr beide irgendwie.

Und ihr habt beide diese ungeheure Sehnsucht nach Führung gespürt, die in diesem Land
so derart zum Himmel schreit, dass sie fast mit Händen zu greifen ist. Da kann man schon
mal auf die Idee kommen in diese Lücke zu schlüpfen. Sehr verführerisch, sehr verlockend,
sehr gefährlich, wie ihr nun beide erkennen musstet. Aber was soll’s? Wir brauchen euch,
wir glauben weiter an euch und die Redlichkeit eurer Absichten. Unsere Hoffnung stirbt
zuletzt. Zumal es bei dir, lieber Paul, ja auch noch um ein paar Milliönchen geht, um die
du deine Anhänger betrogen hast und von denen du weiterhin standhaft behauptest, sie
demnächst zurückzahlen zu wollen.

Und genau an diesem Punkt ist auch Schluss mit den Gemeinsamkeiten zwischen dir und
dem Guttenberg. Denn für zwei Jahre heiße Luft und einen zusammengeschummelten
Doktortitel gibt’s im schlimmsten Fall einen Rücktritt und eine Bewährungsstrafe, während
dir, wenn man dir denn das, was da an Verdachtsmomenten im Raume steht, nachweisen
kann, ein Entzug deiner bürgerlichen Rechte und ein Aufenthalt in einer staatlichen
Besserungsanstalt drohen.

Nun, wir werden wohl abwarten müssen, was in den nächsten Wochen noch so alles der
Finsternis entrissen werden kann, um es dann postwendend freudestrahlend von diesen
sensationsgeilen Journalisten um die Ohren gehauen zu bekommen. Zum Glück sind wir
diese üblen Attacken von Neidern ja schon gewohnt und können uns gemütlich bei einer
Tasse Tee zurücklehnen.

Übrigens: für den von und zu Guttenberg stell ich jetzt auch immer ein Gedeck bereit,
falls er nach seinem Rücktritt endlich einmal die Zeit finden sollte, bei einem unserer
legendären Clubabende vorbei zu schauen. Jetzt wo er auch offiziell einer von uns
Fassadenprofis ist, wirst du doch damit bestimmt einverstanden sein. Das wird bestimmt
lustig, wenn wir auch noch einen römisch-katholischen Hochstapler bei uns in der Runde
haben. Dann wird vielleicht auch endlich deutlich, dass das alles überhaupt nichts mit
Glauben und mit Religion zu tun hat, sondern einfach nur mit krimineller Energie und
verdrehten Moralvorstellungen.

Bleibt eigentlich nur noch die Frage, ob du ihn anrufst, oder ob ich das übernehmen soll?

Auch heute wieder herzlich

Dein POTJEMKIN


 
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zuletzt bearbeitet 26.02.2011 | Top

RE: POTJEMKINS WELT

#6 von POTJEMKIN , 13.03.2011 15:27

Mein lieber Paul,

neulich war ich irgendwie auf die seltsame Idee gekommen, dich mit dem feinen Baron zu
Guttenberg zu vergleichen. Gut, zugegeben, es gab da durchaus einige Parallelen, die ich
bemerkenswert fand, aber letztlich war dieser Vergleich doch ein wenig an den Haaren
herbeigezogen. Dafür möchte ich mich beim Ex-Verteidigungsminister entschuldigen.

Schwamm drüber. Heute geht es mir um etwas ganz anderes. Heute möchte ich dich ganz
dringend um deine Meinung fragen, in einer Angelegenheit, an der du auch nicht ganz
unschuldig bist. Ich meine das Internet-Forum, welches dein treuer Fan Hans Glassl für dich
eingerichtet hat, und in dem seit der Insolvenz deiner TXL Business Academy dafür gesorgt
wird, dass du nicht gänzlich in Vergessenheit gerätst.

Eine zeitlang hat das auch alles ganz gut funktioniert. Aber jetzt gerät dieses Forum doch
ernsthaft in Gefahr an einer Kernschmelze zu kollabieren – und das wäre sehr schade. Da
müssen wir beide doch mal dringend überlegen, ob wir da irgendwie für ein wenig Kühlung
sorgen können?

Es ist schon irre, was Informationsmangel beim Menschen auslösen kann. Skorbut ist da ein
Scheiß gegen, denn da fallen einem ja nur die Zähne aus, während hier kollektiv ganze
Hirnregionen zu kollabieren scheinen, nur weil es seit ein paar Wochen sehr still geworden
ist um dich und deinen schicken Kapitalanlage-Mini-GAU.

Mein Erklärungsversuch? Vielleicht ist es diese unerträgliche Ruhe vor dem Sturm, die hier
übertönt werden soll? Oder der Moment des rückläufigen Wassers, bevor die zweite Welle
kommt? Aber um ganz ehrlich zu sein – ich weiß es nicht.

Jedenfalls: Am 03. März 2010 hat ein Mitglied Namens Gerechtesurteil einen so genannten
Thread eröffnet, in dem er der Frage nachgehen wollte, ob du vielleicht ein (heimlicher)
Pfingstler und/oder Charismatiker bist. Es soll da definitiv Hinweise drauf geben...

Puristen mögen jetzt behaupten, dass deine theologische Ausrichtung ja nichts mit TXL zu
tun habe, aber das ist natürlich nur bedingt richtig. Bei einem Unternehmen, dessen
Geschäftsmodell (übernatürliche Renditeversprechen) ohne die permanente aktive Mithilfe
übernatürlicher Kräfte nicht funktionieren kann, ist es schon von Belang, wie der Chef von
det Janze zu diesen Kräften steht. Deine theologische (Irr) Ausrichtung, und damit auch
die des Unternehmens TXL, ist Teil des Betrugsszenarios, mit dem wir es hier zu tun haben.
Das wirst du doch sicherlich auch so sehen und dir eine offene Diskussion zu diesem Thema
herbeiwünschen, auf dass dieses ebenso brutalstmöglich aufgeklärt werden kann, wie die
Insolvenz deiner Business Academy.

Aber jetzt schau was passiert ist. Die Diskussion um deine theologische Verkorkstheit
gestaltete sich erstmal als Youtube-Videothek, die vom Mitglied Gerechtesurteil ins Forum
gestellt wurde, damit sich jeder sein Bild machen möge, der dies möchte. Eine Verpflichtung
für die Mitglieder des Forums, dieses zu tun, bestand hingegen nie.

Um deine Zwischenfrage gleich vorweg zu nehmen: Nein, ich verstehe Gerechtesurteil auch
nicht mehr. Er will warnen, er will aufklären. Das weiß ich. Aber der Wille allein reicht
manchmal eben nicht. Man muss auch noch den richtigen Weg finden, den richtigen Ton
treffen. Und das ist nicht so einfach, wenn man das Gefühl hat, als einziger Kämpfer des
Guten allein auf weiter Flur zu stehen gegen die Übermächte des Bösen. Du weißt, wovon
ich rede.

Da werden im Eifer des Gefechtes auch gerne Freund und Feind miteinander verwechselt.
Da wird der Ton rau. Da wird um jeden Zentimeter gekämpft. Da werden Grenzen
überschritten. Da kann auch mal der Überblick verloren gehen. Fast ein bisschen wie beim
Trading.

Umso wichtiger wäre es doch aber, dass die eigentlichen Verbündeten (also all jene, welche
deine Machenschaften restlos aufgeklärt wissen wollen und welche bereit sind, notfalls auch
etwas zu tun, damit sich so etwas nicht wiederholen wird), ihre Salven nicht auch noch in
die falsche Richtung abfeuern. Friendly Fire verursacht oft höhere Verluste als der Beschuss
durch den Feind – hier scheint dies eindeutig der Fall zu sein. Ganz schlimme Sache.

Fakt ist, dass sich in besagtem Diskussionsstrang kaum eine der Antworten auf die
pfingstlerische oder wie auch immer geartete theologische Ausrichtung deiner Person
bezieht, da zu diesem Thema offensichtlich niemand etwas sinnvolles beizutragen hat.
Stattdessen ein eher sinnentleertes Gemetzel. Kannst du bitte helfen?

Paul, sei so lieb. Logg dich ein als TomatenSoße oder sonst wie und tu hier mal kund, wes
Geistes Kind du bist. Alle wissen, dass du zu der TXL Sache momentan nix sagen darfst,
weil da irgendwelche Staatsanwälte noch irgendetwas ermitteln. Aber zu dieser Glaubens-
und Herzensangelegenheit um die es gerade geht, könntest du schon einmal Stellung
beziehen. Es ist ja schließlich nicht strafbar, ein Pflingstler oder ein Charismatiker oder
ein Sonstwas zu sein. Glaube ich jedenfalls.

Wie immer herzlich

Dein POTJEMKIN

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#7 von POTJEMKIN , 17.04.2011 00:35

Mein lieber Paul,

dies könnte der vorerst letzte Brief sein, den ich dir schreibe. Und eigentlich sollte ich ja
dankbar sein, denn es ist nicht sehr befriedigend, einen Briefwechsel zu führen, in dem
man sich die Antworten immer nur vorstellen darf, weil der feine Herr Adressat es nicht für
nötig hält, mal gefälligst zu antworten.

Entschuldige bitte die Polemik, aber ich habe in einem opportunistischen Reflex willkürlich
nach einer Möglichkeit gegrapscht, wie ich die Schuld an meinem Entschluss einzig und allein
bei dir abladen kann.

Aber das stimmt so natürlich nicht. Ich könnte ja auch mein eigenes TXL Forum gründen,
um meine gelegentlichen Briefe an dich zu veröffentlichen. Oder ich könnte in eines der
anderen Foren gehen, die gerade im Entstehen sind. Du glaubst gar nicht, wie schnell da
eine ganze Reihe von Leuten reagiert haben, an welche Bedingungen deine Bereitschaft
zum 100prozentigen „Vergleich“ geknüpft ist.

Sie halten das für ein ganz faules Ei. Sie riechen da einen Braten. Und um ehrlich zu sein –
mich kitzelt da auch ein seltsam bekannter Geruch die Nase.

Fakt ist: Sie wollen die Arbeit dieses Forums weiter führen, so lange nicht wirklich aufgeklärt
wurde. Ich sag dir: im Internet Zeitalter muss man sich so eine Geschichte wie TXL zweimal
überlegen. Da braucht es nicht einmal Wiki-Leaks. Da braucht es nur zwei oder drei Mausklicks
und schon hat man ein Forum eröffnet oder ein paar Tausender bei Dukascopy verjagt.
Alles geht so schnell und einfach und wie von selbst. Ich liebe es und wünschte, ich wäre
ein wenig mobiler in der Birne und könnte da mitmischen. Aber so ist es auch okay.
Es muss ja nur immer Einen geben der aufsteht, wenn vor ihm Einer umfällt...

Paul, du ahnst es vielleicht nicht, aber ich war dir wirklich nah, als es am letzten Donnerstag
vor den Richter ging. Du bist nicht wirklich zu beneiden. Man merkt dir schon an, dass dich
das alles sehr belastet. Ich war schon ein wenig erschrocken, hätte dich kaum wieder erkannt.
Und da frage ich mich natürlich, wie das weiter gehen soll mit dir. Der Druck wird ja nicht weniger.
Jetzt musst du ein Jahr lang jeden Monat hunderttausend Euro auf den Tisch legen. Dann sind
da noch die vielen hundert TXL Geschädigten, die nun wohl auch noch alle ihr Insolvenzgeld
zurückzahlen müssen. Dann sind da die Staatsanwälte, die ihre strafrechtlichen Ermittlungen
immer noch nicht beendet haben. Und und und.

Und du immer mittendrin. Und leider immer um Aufklärendes, Erhellendes, Ehrliches, mehr als
verlegen. Im Gegenteil. Von dir kommt NULL. Und das in einem Umfeld, in dem praktisch alle
Betroffenen deine Brüder und Schwestern sind, die durch ihren Glauben in der Lage sein werden,
dich wieder aufzunehmen, wie tief du am Ende auch fallen solltest. Dass dir offensichtlich dieser
Glaube an eure Gemeinschaft vollkommen abhanden gekommen ist, macht mich besonders traurig,
wenn ich über diese ganze schlimme Geschichte nachdenke.

In diesem Sinne und vielleicht bis bald mal wieder

Dein POTJEMKIN

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#8 von POTJEMKIN , 03.07.2011 12:14

Mein lieber Paul,

du kennst mich. Ich bin anders als wie du. Mich hat der gute alte Grigori Alexandrowitsch Potjomkin
quasi noch persönlich gezeugt. Und der hat mich aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Mich
macht Geld nicht glücklich. Ich bin ein Mensch des 19. Jahrhunderts. Ich weiß gutes Handwerk zu
schätzen. Abends mit Hand und Verstand etwas geschaffen zu haben, macht mich glücklich und
zufrieden. Für gute Arbeit gutes Geld zu bekommen, find ich auch gut. Ich bin überhaupt kein
Geldverächter.

Ich verachte nur diejenigen, die Geld zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht haben. Scheißegal,
ob sie sich dabei als Turbochristen oder Turbokapitalisten oder Kasinozocker oder Hartgeldstricher
gebärden, um an das Geld anderer Leute zu kommen. Die Fassade definiert doch nur, welche
Zielgruppe zum Opfern auserkoren wurde. Und bei einem Turbochristen sind dann eben Christen
die Opfer. So herrlich einfach ist das im Affinity Marketing. Zumindest in der grauen Theorie.
Am Ende jedoch ist Geld eine Erfindung des Menschen und pervertiert, wenn um seiner selbst
Willen entfesselt, das universelle Streben nach Ausgleich dem wir uns doch eigentlich verpflichtet
fühlen sollten. Oder?

Mein lieber Paul, ich habe in den Wochen des Wartens auf deine erste hunderttausender Rate auf
das Konto von Detektiv viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Und weißt du was? Ich kam irgendwann
zu dem Schluss, dass ich meinen Besen verspeisen werde, wenn das Geld eingeht. Nun, was soll ich
sagen, der olle Schrubber fegt weiterhin ganz gut.

Aber das mit der Beurkundung deines Unvermögens, das hat mich dann doch ein wenig überrascht,
um nicht zu sagen geschockt. Irgendwie tust du mir auch schrecklich leid. Das ist eine total ätzende
Situation, in die man sich noch nicht einmal seinen ärgsten Feind hineinwünschen möchte. Ich würde
den ganzen Tag gegen die Wand treten und gleichzeitig inbrünstig um eine Eingebung gen Himmel
beten. Aber du weißt ja, wie das mit Gott ist: der regelt alles auf seine Art, nicht auf deine oder
meine...

Mir scheint, deine jahrzehntelangen Business-Scharaden haben dazu geführt, dass das Loch, welches
du mit deinem jeweils nächsten Coup zu stopfen gedachtest, nur noch größer wurde. Am Ende jedoch,
und das solltest du wissen, gewinnt immer die Bank. Und dass das ein Naturgesetz ist, also ein Universelles,
das solltest du auch wissen. Du hast so viele schlaue Buchtitel auf deiner Amazon-Liste. Aber du scheinst
nicht schlau geworden daraus.

Paul. Du hast so viel Kreativität in dir, welches eine echte Gabe Gottes ist. Warum setzt du die nicht
einmal sinnvoll ein? Vielleicht mit etwas mehr Demut? Das würde ihm wesentlich besser gefallen, als dein
ewiges Scheitern auf der Hatz nach dem Mammon. Willst du denn auch so wie ich zu einem Mahnmal
verkommen? Zu einem, wie Christen unter Christen wüten können? Zu einem, wie aus Lüge Krebs werden
kann, der ganze Gemeinden auffrisst?

Das kannst du auf keinen Fall wollen. Aber was machst du? Du wartest zu. Nur glaube mir: Tu das besser
nicht zu lang. Ich trage heute noch schwer an der Last, dass ich nicht weiß, ob ich Wahrheit oder Legende
bin. Ich wünschte, ich hätte mein eigenes Coming Out je so inszenieren können, wie dir dies heute von
jedem Internet-Café aus möglich wäre. Ich wünschte, ich hätte den Schritt nach vorn überhaupt inszenieren
können. Glaub mir. Ewig nur Fassade hält kein Mensch aus.

Mein ernst gemeinter Vorschlag daher: Wir müssen mal miteinander reden. Dein Anwalt kann ja mitkommen.
Schick mir einfach ne PN.

Zutiefst besorgt

Dein POTJEMKIN

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#9 von TS , 04.07.2011 22:09

Hey Potjemkin!

Ich mag dir nicht zu nahe treten, aber wenn du mal reden magst (das geht schneller als Tippen und ist weniger anstrengend), kann ich dir aus den Gelben Seiten ein paar Therapeuten heraussuchen. Ein Gespräch mit deinem Hausarzt könnte das ganze erheblich beschleunigen.

Nichts für ungut und gute Besserung.

Hochachtungsvoll

ich


http://www.youtube.com/watch?v=zlA5IDnpGhc

TS  
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RE: POTJEMKINS WELT

#10 von POTJEMKIN , 06.07.2011 00:13

Mein lieber Paul,

du entzückst mich zutiefst. Endlich mal ein Lebenszeichen von dir. Dein Kürzel TS hatte mir
im Forum bereits ins Auge gestochen, aber aus welchen Gründen auch immer – ich kam nicht
drauf, dass du dich dahinter verbirgst. Geschickte Fassade. Das muss man dir lassen. Wieder
einmal.

Jetzt entnehme ich aber deinen Zeilen, dass du mitnichten daran denkst, dich mit mir mal
gepflegt über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auszutauschen. Sehr schade.
Stattdessen soll ich mit ein paar Therapeuten reden, die du mir auch noch aus den Gelben
Seiten raussuchen willst. Sehr gewagt.

Jedoch: so ganz abwegig finde ich diesen Vorschlag nicht. Aber spar dir doch bitte den Blick
ins Branchenbuch. Viel lieber wäre es mir, wenn du mir deinen Therapeuten empfehlen
würdest und mich gleichzeitig deinem Therapeuten empfehlen würdest. Vielleicht könnten
wir uns, mit so einem Mediator zwischen uns, endlich den entscheidenden Schritt näher
kommen, ohne dass wir uns zu nahe treten. Ich fände das toll. Irgendwie müssen wir doch
in der Sache vorankommen.

Kurz und herzlich

Dein POTJEMKIN


 
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zuletzt bearbeitet 06.07.2011 | Top

RE: POTJEMKINS WELT

#11 von offenbarung-316 , 06.07.2011 22:36

Wenn man sich die Beiträge von TS so durchschaut, dann sieht man, daß er ein frömmelnder Schwätzer ist, der die TXL Geschäft etc. zu verteidigen versucht. Das wiederum könnte zum Traxel passen. Er spräche dann aber von sich oft in dritter Person (in seinen Beiträgen). Ggf. hat sich da schon die Traxel-Geld-Seele von der normalen Traxel-Seele getrennt und nun sind es schon zwei Traxels geworden. Oh weh - das Geld, das Geld.

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#12 von ANDERS_BETROFFEN , 12.07.2011 22:35

mein lieber off316, wenn diese theorie stimmt, dass ts ein pseudonym für paul ist, dann macht er - ts - alles richtig, nur du hast den schuss noch nicht gehört. und wenn er wirklich ein frömmelnder schwätzer ist, dann ist er hier in bester gesellschaft.

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#13 von POTJEMKIN , 30.07.2011 17:50

Mein lieber Paul,

nun jährt sich bald das offizielle Eingestehen deiner netten kleinen Pleite mit der TXL Business
Academy und mir will scheinen, dass du dich selbst zwischenzeitlich vom Regen in die Traufe
manövriert hast.

Nun, auch nach dieser langen Zeit und nur damit du es weißt: mein Angebot, mit dir zusammen nach
einer Lösung zu suchen, wie sich das, was da passiert ist, erklären lässt, steht weiterhin. Mich macht
dein ewiges Schweigen richtiggehend krank und da frage ich mich, wie es dir erst gehen muss.

Abgesehen davon mache ich mir vor allem Sorgen um den Gesundheitszustand des Forums,
das mir allein schon deshalb am Herzen liegt, weil es mir immer wieder die Möglichkeit gibt,
den Kontakt zu dir zu suchen. Es hat sich nicht zum Guten entwickelt, dieses Forum.

Früher hatte das Forum ordentliche Mitglieder, die sich ordentlich eingeloggt haben, wenn sie
ordentliche Beiträge zur Aufklärung der TXL Affäre beizusteuern hatten. Hilfreich, für alle,
die verstehen wollten, hilfreich für die Staatsanwaltschaft, hilfreich für die Bundesagentur für
Arbeit, hilfreich auch für Geschädigte, die Hilfe suchten.

Heute gibt es fast nur noch unordentliche Mitglieder, die unordentliche Beiträge posten,
welche selten etwas zur Aufklärung beitragen. Zusammengenommen mit Form und Inhalt vieler
Beiträge könnte man von einer ernst zu nehmenden Verrohung der Sitten sprechen, die in
deiner virtuellen Heimstatt um sich greift. Warum räumst du da nicht endlich mal auf?
Es ist doch DEIN Forum. DU bist hier gefragt.

Schon lustig. Für deine TXL Revenue Management LTD in Hamilton und deine ganzen anderen
TXL Gesellschaften hast du bis heute nicht mehr als eine Fassade hinbekommen, aber für deine
TXL Pleite im Herrenhaus Buchholz gibt es schon ein ganzes Forum mit tausenden von Beiträgen.
Und du hast keinen Cent dazubezahlen müssen. Paul, du hast es drauf. Du weißt, wie man
andere für sich arbeiten lässt, während man im Dachstübchen um Millionen zockt.

Aber apropos Herrenhaus Buchholz: weißt du auch schon das Neueste? Das Herrenhaus soll
angemietet werden für eine Konferenz der TXL Geschädigten. So eine Art Podiumsdiskussion
soll dort stattfinden, in deren Verlauf hoffentlich ein paar der drängenden offenen Fragen geklärt
werden können. Der Insolenzverwalter soll eingeladen werden, der Detektiv, Fachanwälte,
jemand aus dem Umfeld des TAN, der zur Aufklärung bereit ist. Die meisten Kollegen wirst du
persönlich kennen, weshalb es ja vielleicht ganz nett wäre, wenn auch du deine Bereitschaft
erklären würdest, einen Platz auf dem Podium einzunehmen. Zum Beispiel als Spezialist für das
Thema FOREX.

Aber jetzt freu dich bitte nicht zu früh. Wovon ich dir hier berichte ist im Moment mehr ein
Gerücht denn eine Erkenntnis. Wenn dir das neu ist, umso besser. Aber auch wenn du das schon
längst wissen solltest: Eine interessante Option ist so eine Konferenz doch auf jeden Fall. Wäre ja
auch ne schöne Gelegenheit, sich endlich mal wieder zu sehen. Bin gespannt, ob da was draus
wird und werde versuchen, dich auf dem Laufenden zu halten.

Bis dahin herzlich

Dein POTJEMKIN

 
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RE: POTJEMKINS WELT

#14 von John Wayne , 18.10.2013 15:57

Hey, Potjemkin, na, was macht Dein Fassadenleben?

 
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